Die Juki 114D im Test

Guten morgen
Vor einigen Tagen kam in einer  Babylock-Gruppe die Frage auf, in wie weit man vlt eine Juki mit der Babylock vergleichen kann. Ich habe mir also mal die Mühe gemacht, und eine preislich leicht unter Babylock liegende Juki in Augenschein genommen, denn wenn man eh in den Preisbereich der Babylock geht, kann man sich ja auch gleich für die entscheiden, oder ;o)
Also habe ich mir eine Juki 114D „besorgt“, und gestern mal eine kleine Zeit mit Ihr verbracht. Zugegeben, ich bin voreingenommen, denn ich nähe nun seit bestimmt fast 15 Jahren auf Babylock, und weiss darum ganz genau, wie einfach nähen mit einer Overlock sein kann. Aber nicht jeder ist ja in der Lage, knapp 1000€ oder mehr für eine hübsche Maschine auszugeben. Die 114D liegt zwischen 600 und 700€, und somit deutlich unter der kleinsten Babylock, der Enspire, die man mit Glück für um die 800€ bekommen kann.

Ich hab also die Juki ausgepackt, und mir fällt auf, dass die wirklich ganz hübsch ist. Sieht gut aus – und das ist ja für Frauen wichtig (also für mich jedenfalls). Eine Maschine kann noch so gut nähen – wenn ich sie Quasi-Modo-mäßig empfinde, hab ich keinen Spass daran und schön trinken will man sich seine Maschine ja auch nicht müssen ;o))))

Okay, was hab ich gemacht? Zuerst hab ich mal alle Fäden raus geholt – eigentlich ein Horror für viele Overlock-Nutzer. Viele sind ja penibel darauf bedacht, möglichst anzuknoten, um sich die Fädelwege zu ersparen, und sind dann knapp verzweifelt, wenn mal ein Faden reißt und einem so die Möglichkeit des fädelns genommen wird. Also, Fäden ab!
Die Einfädelwege sind gut beschrieben und wie bei allen Overlockern farblich markiert, keine Frage, aber hier möchte ich mal behaupten, ein Erstnutzer wird an dem Nach-Vorne-holen, des Untergreifers scheitern, denn der genaue Handgriff ist einfach schlecht gezeigt oder schlicht nicht gut per Zeichnung „zeigbar“. Ich habs hinbekommen, die Reihenfolge eingehalten, die Juki auch vorschlägt, und es dauerte nicht lange (vlt 10 min), da stand die Maschine fertig vor mir. Sehr hinderlich ist, dass es kein oberes Einschubfenster für die Nadeln gibt (ja ja, sowas fällt mir auf!), und ich somit nicht so ganz genau sehen kann, ob meine Nadel ganz oben ist oder ob noch n Stückchen fehlt.

Alle Spannungen mal auf 4, einen Test mit einem festen Romanitjersey, und einen Strickstoff direkt nach geschoben, hier natürlich den Differential einbezogen, und schon musste an den Greifern nach-reguliert werden… zum Glück wusste ich, welcher Hilfe brauchte in der Justierung. Hier wird sich sicher der ein oder andere schwer tun, denn nicht für jeden ist ersichtlich, welcher Greifer wo seine Schlinge legt. Dem Anfänger helfen hier aber sicher 4 unterschiedliche Farben auf den Konen.

Was also ganz großes Plus sofort auffällt, ist, dass die Maschine richtig toll schnurrt. Ganz leise (so man bei einer OV von leise sprechen kann), und wirklich sehr schönes Nahtbild, gute Führung, toller Transport. Kein Faden gerissen, macht genau, was sie soll. Auch der Rollsaum wirklich hübsch. Ich habe ja das ganze Zubehör der Overlock von Babylock hier, das passt. Ich konnte also mit dem Klarsichtfuss der Enlighten /Enspire nähen, hab gekräuselt mit dem Kräuselfuss, und in meinem Rollsaum landete dank des Gummibandfusses eine hübsche Stabilisierung, im Obergreifer hatte ich dann Bauschgarn, das genauso eingefädelt wird, wie alle anderen Bauschgarne bei allen anderen Maschinen auch. Allerdings gibt es keinen Grund, das Babylockzubehör für die Maschine zu kaufen oder für die Babys das der Juki, denn es gibt es für beide und kostet auch dasselbe, darum darf man hier ruhig Markentreu bleiben.

Nun, mein Fazit unterm Strich: Beide Maschinen, also die Babylocks und die Juki, stammen ja aus demselben Hause. Wenn man tatsächlich auf die letzte Öre schauen muss, ist die 114D eine ganz tolle Alternative zur kleinsten Babylock, der Enspire. Wenn es allerdings möglich ist, einen finanziellen Mü drauf zulegen, würde ich immer jedem zur Enspire raten oder direkt zur Enlighten, die dann aber mit über 1400€ zu Buche schlägt. Hier (sowohl bei Enspire, als auch bei der Enlighten) braucht ihr nämlich dank Druckluft keine Pinzetten, um die Greifer einzufädeln, und ihr könnt auch sofort mit der 2-Faden Flachnaht nähen, wenn ihr mögt oder der 2-fädigen Versäuberung, denn der Hilfsgreifer ist bei der Enspire fest angebracht, und muss nur nach vorne geschoben werden. Bei der Juki ist der Hilfsgreifer, oder auch Konverter genannt, im Sonderzubehör gelistet, und muss extra nachbestellt, bzw mitbestellt werden. Ist nicht teuer, knapp unter 20€, aber durch das separate, unterliegt er halt auch der „Verlege-Gefahr“, die bei der Enspire ausgeschlossen ist, weil er eben fest hinter dem Obergreifer installiert ist.

Prima. Wer nicht so ganz genau weiß, welche Overlock er sich zulegen soll, darf mich gerne anschreiben. Mir macht sowas Spaß, jeder hat einen anderen Anspruch – an sich, an seine Finanzen, an seine Nähprojekte, und ich kann Händler-frei helfen, ohne eine Verkaufsabsicht im Hintergrund zu haben. Das macht es einfach ;o)))

Viel Spaß bei Euren Entscheidungen,
Manu

2 thoughts on “Die Juki 114D im Test

  1. Liebe Manu,
    gibst du spezielle Kurse zum „Kennenlernen“ der Babylock-Maschinen im Raum Hamburg oder Lübeck? Ich wohne im Kreis Segeberg und „overlocke“ derzeit auf einer brother 1034 d limited und verzweifel oft an gerissenen Fäden oder unsauberen Nähten. Ich nähe gerne Bekleidung für mich privat und frage mich, ob die Unterschiede tatsächlich so enorm sind, dass sich eine Investition lohnt. Mir ist bereits das Messer abgebrochen und die Maschine ist extrem laut und hoppelt bei dicken Stofflagen gerne mal. Die richtige Einstellung stellt für mich immer eine große Herausforderung dar. Ansonsten nähe ich auf einer Pfaff Quilt Ambition 2.0. Ich freue mich auf eine Antwort 😉

    1. Hallo Elke,
      ja, der Unterschied ist schon eklatant. Ich schreibe Dir nachher mal eine Email, aber da Trittau nicht weit entfernt von Segeberg ist, finden wir sicher mal eine Möglichkeit zum testen für Dich ;o)
      Lieben Gruss, Manu

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